Besetzung
Programm
Evgeny Kissin ist schon immer seinen eigenen Weg gegangen. Der Ruf des Wunderkindes eilte ihm früh voraus. 1988 wurde er nach legendärem Auftritt mit den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan zum Superstar. Doch der Erfolg seiner Jugendjahre ist längst nicht das, was seinen künstlerischen Werdegang ausmacht. Kissin hat sich im Bewusstsein der Musikwelt als ein Künstler etabliert, dem die oberflächliche Show fremd ist. Der seine Überzeugungen mit deutlichen Worten vertritt, aber dennoch nicht laut herausschreit. Auf der Bühne offenbart er sie ohnehin lieber subtil. Chopin etwa, sagt der Pianist, habe er zu Beginn des Ukraine-Krieges ganz bewusst ins Programm genommen: Kissin ist überzeugt, der polnische Komponist habe selbst gegen die russische Okkupation seiner Heimat ankomponiert. In vielen russischen Musikwerken spürt er ebenso der Opposition zwischen den Tönen nach. Auch zu seinem diesjährigen Rezital in der Alten Oper bringt Evgeny Kissin ein Programm mit, das reich an beredten Zwischentönen ist.