Besetzung
Programm
Das Werk ist ein Rätsel, bis heute. Warum schreibt Bach, der Protestant, gegen Ende seines Lebens diese groß dimensionierte katholische Missa und legt damit eine Art kompositorisches Vermächtnis vor? Hans-Christoph Rademann, Leiter der Gaechinger Cantorey, befasst sich seit langem intensiv mit diesem Gipfelwerk der Vokalkunst, mit der Frage nach dem Kompositionsanlass, aber auch mit seinen Brüchen, die aus der enormen stilistischen Bandbreite resultieren. „Umso verblüffender, geradezu unbegreiflich, dass es ein großes Ganzes ergibt“, wundert sich der Dirigent und Bachexperte angesichts der heterogenen Einzelteile des Werks. Für den Leiter des Stuttgarter Originalklangensembles steckt in dieser Verbindung gegensätzlicher Elemente eine starke Symbolkraft: „Es ist ein weltumspannendes Opus, und insbesondere der Schluss mit der Friedensbitte ist brandaktuell. Das brauchen wir auch in der heutigen Zeit.“